von Maximilian Schwack (Hygiene-Experte bei der Blanc Hygienic Solutions GmbH)

Beim Pflegealltag in Seniorenheimen sind Hautprobleme an den Händen durch das häufige Reinigen, Desinfizieren und Tragen von Handschuhen oft vorprogrammiert. Laut der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) stellen Handekzeme das größte Berufsrisiko für Beschäftigte in der Pflegebranche dar.[1] Wird dem Hautschutz nicht genügend Aufmerksamkeit gezollt, kann dies im schlimmsten Fall sogar Auswirkungen auf die Infektionsgefahr im Pflegealltag haben: Bereits kleinste Risse bzw. Mikrotraumen in der Haut können potenzielle Erregerreservoire sein, zudem lässt sich eine nicht gepflegte Haut nicht fachgerecht desinfizieren. Mit gezielten Maßnahmen können Pflegende ihre Hände vor Hautschäden schützen und eine hygienisch einwandfreie Arbeit mit Pflegebedürftigen gewährleisten.

Ganzheitliches Hautschutzprogramm: Die drei Phasen

Aufgrund der aktuellen Coronavirus-Pandemie und der einhergehenden Ansteckungsgefahr kommen Desinfektions- und Hygienemaßnahmen in Pflegeheimen eine immer relevantere Bedeutung zu: Um der Verbreitung von Infektionskrankheiten effektiv entgegenzuwirken und Krankheitsausfälle sowie eine Ansteckung der Pflegebedürftigen zu vermeiden, ist besonders in der Pflege ein ganzheitliches Hautreinigungs- und Hautschutzprogramm notwendig.

vier hände symbolik - Grafik: Blanc Hygienic Solutions GmbH

Grafik: Blanc Hygienic Solutions GmbH

Die relevanten Produktkategorien, in welche Seniorenheime investieren müssen, teilen sich in drei unterschiedliche Phasen auf: Hautschutz und – Pflege vor der Arbeit, während der Arbeit und nach der Arbeit. Schon vor Arbeitsantritt sollten Pflegende ihre Hände durch Hautschutzsprühlotion präventiv mit ausreichend Feuchtigkeit versorgen und dadurch die Barrierefunktion der Haut unterstützen. So kann verhindert werden, dass sich der hauteigene Schutzfilm löst und Schadstoffen sowie Keimen den Weg ebnet. Eine Anwendung von Hautschutzcremes und -Sprays vor hautbelastenden Tätigkeiten und nach jedem Händewaschen sorgt dafür, dass die Pflegenden auch während der Arbeit ausreichend vor Hautschäden geschützt sind. Die Verwendung von Produkten ohne Duft- und allergene Konservierungsstoffe ist hier besonders empfehlenswert – Zusatzstoffe können die Haut reizen und Allergien hervorrufen. Besonders im Pflegebereich muss bei Hautschutzpräparaten zudem darauf geachtet werden, dass diese die Haut bei der Erhaltung ihrer physiologischen Funktion unterstützen, ohne dabei einen störenden Fettfilm zu hinterlassen.

Während der Arbeitsprozesse müssen die Hände außerdem regelmäßig desinfiziert werden, um auftretende Verschmutzungen, Keime und Bakterien umgehend zu entfernen. Der Desinfektion mit einem geprüften und als wirksam befundenen alkoholischen Händedesinfektionsmittel kommt eine überaus relevante Rolle im Pflegealltag zu: Während zu ausgiebiges Händewaschen sowie eine zu hohe Wassertemperatur die Barrierefunktion der Haut schädigen können, ist die hygienische Händedesinfektion deutlich hautschonender. Neben einer Anwendung auf trockener Haut sollten Pflegende besonderen Wert auf die Benetzung aller Hautareale wie Fingerkuppen und Handgelenke legen. Ist in Einzelfällen ein zusätzliches Reinigen der Haut notwendig, empfiehlt sich ein unter dem pH-Wert 6,5 liegendes, flüssiges Reinigungsmittel. Beschäftigte in Seniorenheimen sollten für eine hygienisch einwandfreie Reinigungsroutine außerdem unbedingt Einmalhandtücher aus Papier zur Trocknung nutzen – durch ihre Saugfähigkeit und Absorption können Bakterien effektiv entfernt werden.

Auch nach der Arbeit mit den Pflegebedürftigen empfiehlt es sich, die Hautschutzmaßnahmen weiter fortzusetzen: Durch die hohe Beanspruchung der Haut im Pflegealltag ist die zusätzliche Anwendung von Hautpflegecremes zur Regeneration der Haut ratsam. Hier sollte ebenfalls Wert auf Präparate ohne Duft- und möglichst ohne allergene Konservierungsstoffe gelegt werden. Für eine optimale Hautschutzroutine sind Pflegende also sowohl vor Arbeitsbeginn und vor hautbelastenden Tätigkeiten als auch nach dem Händewaschen dazu angehalten, eine Hautschutzcreme zu verwenden und diese sorgfältig einzumassieren. Nach der Arbeit bildet eine Pflegecreme den Abschluss der professionellen Hautreinigungs- und Schutzroutine, um Pflegende langfristig vor Hautschäden zu schützen.

Quellen und nützliche Links:

[1] https://www.bgw-online.de/DE/Arbeitssicherheit-Gesundheitsschutz/Gesunde-Haut/Schutzmassnahmen/Schutzmassnahmen-node.html, https://epub.sub.uni-hamburg.de/epub/volltexte/2013/20694/pdf/TP_HAP_11_Gesunde_Haut_durch_Schutz_und_PflegepropertypdfDownload.pdf

https://www.pflege-praevention.de/wissen/hautschutz/

Der Artikel ist in der Ausgabe 02/2021 zu finden.

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