Oft sind Musik-Anlagen in den Aufenthaltsräumen der Seniorenwohnanlagen veraltet: Schwer, groß, kompliziert zu bedienen und meist notdürftig mit Adapter für die Handyanbindung erweitert. Doch es geht auch anders. Ein Klangerlebnis für Bewohner, nachhaltig und stabil sowie entlastend für das Pflegepersonal. Das ist Hörbert.

Foto: Firma Winzki

Der MP3-Player im Retrolook sorgt für Stimmung bei Bewohnern und entlastet Personal. (Foto: Firma Winzki)

Annegret Maier steht um elf Uhr wie jeden Vormittag vor der Anlage und versucht, ihr Lieblingslied „Komm auf die Schaukel Luise“ von Hans Albers abzuspielen. Schwierig bei den vielen kleinen Tasten und Mini-Displays mit englischen Bezeichnungen. Eine Pflegekraft muss täglich helfen und darf nach einer Stunde nicht vergessen, die Anlage zum Mittagessen abzuschalten. Zwischendrin muss die Lautstärke kontrolliert werden, damit die anderen Bewohner nicht gestört werden. Diese tägliche Routine kann für das Pflegepersonal zeitfressend und kräftezehrend sein.

Rainer Brang, Gründer von Winzki, hat sich diesem Thema gewidmet und erfindet vor neun Jahren, ursprünglich für seinen Sohn, einen einfachen und stabilen MP3-Player für die Ewigkeit. Der Musikspieler Hörbert setzt auf Nachhaltigkeit, einfache Bedienung mit Farben und durchdachten Funktionen für Senioren. So sorgen beispielsweise Batterie- oder Akkubetrieb aufgrund fehlender Kabel für Sturzprophylaxe.

Dadurch haben Bewohner die Möglichkeit, im Sommer draußen zu sitzen, während sie Lieblingsliedern horchen. In der gewonnenen Zeit können Pflegekräfte das Haus auf Vordermann bringen oder Vorbereitungen treffen. Doch keine Eile: Der Speicherplatz auf der mitgelieferten 4GB Speicherkarte reicht für mehr als 300 Lieder. Und gefällt den Zuhörern das aktuelle Lied nicht, können sie die Playlist durch Drücken der bunten Knöpfe einfach wechseln. „So können dementiell Veränderte ihre Lieblingsplaylist mit Farben in Verbindung bringen und selbstständig wählen“, erklärt der Erfinder. Damit erlangen die Senioren ein Stück Autonomie zurück und entlasten das Personal.

Auf die Gefahr hin, dass Bewohner den Player zu laut stellen, hat Brang einen zweistufigen Lautstärkenbegrenzer eingebaut. „Dann fühlt sich niemand von der lauten Musik belästigt und das Personal kann Hörbert ruhigen Gewissens den Benutzern überlassen“, so der 42-Jährige. Der Sleeptimer ergänzt das Hörbert-Portfolio und sorgt dafür, dass gemeinsame Singrunden am Abend einen Abschluss finden.

Fällt der Player zu Boden – kein Grund zur Panik: Das Gehäuse besteht aus robuster Buche, Pappel und Birke made in Germany. Selbst die Metallteile kommen aus Deutschland und können problemlos ausgetauscht werden. Auf einen Kopfhörer-Zugang, Bluetooth- oder WLAN-Funktion verzichtet das Nürtinger Unternehmen hingegen bewusst. So soll verhindert werden, dass sich die Bewohner mit Kopfhörern abschotten oder ihr Gehör durch laute Musik schädigen.

Foto: Firma Winzki

Rainer Brang (Foto: Firma Winzki)

Mehr als 8000 Geräte wurden 2017 in Handarbeit hergestellt oder als Kreativ-Bauset verkauft. Tendenz steigend. www.hoerbert.com

Der Artikel ist in der Ausgabe 01/2018 zu finden.

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