von Daniela Mongillo (QM Lebenswert GbR, Literatur bei der Verfasserin)
Ein zutreffendes Zitat, welches uns aufzeigt, wie die tägliche Prophylaxe und professionelle Pflege maßgeblich zur Lebensqualität pflegebedürftiger Menschen beiträgt. Hierbei spielen fünf wesentliche Gesichtspunkte eine erhebliche Rolle (mehr dazu finden Sie im Artikel „So viel Einfluss hat die Mundgesundheit auf die orale Nahrungsaufnahme“ in Ausgabe 2/2025 des Seniorenheim-Magazins):
- welche Maßnahmen inklusive Hilfsmittel zur Unterstützung bei der Mundpflege zum Einsatz kommen sollen,
- wann und wie oft diese Maßnahmen geplant sind,
- wer für die Durchführung zuständig ist,
- welche individuellen Besonderheiten bei der Durchführung zu beachten sind,
- Maßnahmen zur Deckung eines Informations-, Schulungs- bzw. Beratungsbedarfs.
Der Fokus im weiteren Verlauf dieses Artikels bezieht sich sowohl auf Maßnahmen aus dem Bereich der Lebensmittel als auch auf Pflegehilfsmittel. Die Kombination aus beiden ist für eine adäquate Mundhygiene ausschlaggebend.
Zu Beginn
Zwischen den beiden Komponenten Mundgesundheit und oraler Nahrungsaufnahme besteht eine Synergie. Eine in sich stetig beeinflussende Wechselwirkung, die uns unabhängig unseres Alters fortwährend begleitet.
Eine schlechte Ernährung beeinflusst die Mundgesundheit und führt folglich zur Verschlechterung der oralen Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme. Gute Ernährung unterstützt die Mundgesundheit und stellt eine orale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sicher.
Einfluss von Lebensmitteln
Gemäß der Landeszahnärztekammer (LZK) Baden-Württemberg ist der Hauptfeind der Zähne „Zucker in jeder Form“ (z. B. Konditoreiwaren, Weißbrot, Marmelade, süße Limonade etc.). Durch den Verzehr von Zucker sinkt der pH-Wert im Speichel und Kariesbakterien verstoffwechseln den Zucker zu Säure. Bezugnehmend auf Menschen mit erhöhtem Risiko zur Mundtrockenheit dauert die Wiederherstellung eines „ungefährlichen pH-Werts“ im Speichel deutlich länger als bei einem gesunden Menschen – bei dem die Wiederherstellung ca. 20 – 30 Minuten dauert.
Hierbei ist zu beachten, dass Eindickungsmittel mit dem Inhaltsstoff Maltodextrin (ein Kohlenhydratgemisch) ebenso eine kariesverursachende Wirkung aufweisen.
Gute Ernährung, wie z. B. harte und faserreiche Kost, regt zum Kauen an und fördert den Speichelfluss. Auf diesem Wege wird die Selbstreinigung der Zähne begünstigt. Bestehen bei einer Person Schluckstörungen, sind die acht Konsistenzstufen der IDDSI hilfreich, um eine individuelle gesunde Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sicherzustellen (siehe „Texturmodifizierte Lebensmittel und angedickte Flüssigkeiten“, erschienen in der Ausgabe 01/2024).
Positiv ist anzuführen, dass zuckerfreie Tees wie Salbei- und Kamillentee die Schleimhäute feucht halten und eine desinfizierende Wirkung aufweisen.
Weitere Lebensmittel, die für die Benetzung von Schleimhäuten verwendet werden können, sind Sonnenblumen-, Raps-, Haselnuss-, Sanddorn- oder Kokosöl, Milch und Wasser. „Eine Salz-Bikarbonat-Lösung (je ½ bis 1 TL auf 1 Liter Wasser) wirkt schleimlösend und verhindert Verkrustungen. Hartnäckige Verkrustungen auf der Zunge (Borken) lassen sich mit Butter, Bepanthensalbe oder CHX-Gel lösen und nach kurzer Einwirkzeit mit einem stabilen Zungenreiniger entfernen.“
Anwendung von Pflegemitteln bzw. Hilfsmitteln
Im nächsten Schritt werden Pflegemittel bzw. Hilfsmittel aufgezeigt, die eine Aufrechterhaltung der Mundgesundheit gewährleisten oder fördern. Hierbei spielt die korrekte und individuelle Auswahl der Hilfsmittel eine erhebliche Rolle.
Im Bereich der Zahnbürsten stehen Hand-, elektrische und Dreikopfzahnbürsten zur Verfügung:
- Die klassischen Handzahnbürsten erreichen ca. 85 % der Zahnoberflächen und sollten von der Beschaffenheit weich sein. Sie sind in regelmäßigen Abständen (Empfehlung alle 4 Wochen) und nach jeder schweren Erkältung/Lungenentzündung zu wechseln.
- Elektrische Zahnbürsten erreichen 95 % der Zahnoberflächen, entfernen schneller Beläge und sind einfacher in der Handhabung.
- Die Dreikopfzahnbürsten eignen sich zum gleichzeitigen Putzen von Außen-, Innen- und Kauflächen. Sie sind jedoch bei langen Zähnen ungeeignet.
Für pflegebedürftige Menschen, die die angeführten Hilfsmittel ablehnen oder nicht anwenden können, steht eine Fingerzahnbürste zur Verfügung. Für die Reinigung der Zahnzwischenräume wird die Anwendung von Interdentalbürsten empfohlen. Zudem ist darauf zu achten, dass die Zunge mittels Zungenreiniger gereinigt wird und dies ein fester Bestandteil der Mundpflege sein soll.
In Bezug auf die Auswahl der Zahnpasta bei Menschen mit erhöhtem Risiko zur Mundtrockenheit und/oder freiliegenden Zahnhälsen wird empfohlen, sensitive, wenig abrasive und pH-neutrale fluoridhaltige Zahnpasta zu verwenden.
Bei bestehenden Prothesen ist es wichtig, dass diese gut sitzen und hierbei Haftcreme verwendet wird. Der Zahnersatz muss gründlich gereinigt und die Unterseite gut getrocknet sein. Die Haftcreme sollte erbsengroß an drei bis vier Stellen aufgetragen werden. Der Abschluss jeder Mundhygiene bildet die Lippenpflege.
Fazit
Greift man den Gedanken aus dem einleitenden Zitat wieder auf, zeigt sich, dass die hier behandelten Punkte nur einen Bruchteil des gesamten Spektrums an Maßnahmen für eine gesunde Mundflora abbilden können. Entscheidend ist nicht die Art oder Frequenz der Interventionen, sondern dass überhaupt gehandelt wird.
Mit den Worten von Auguste Escoffier: „Gutes Essen ist die Grundlage für echtes Glück“ – wird dies einzig durch eine physiologische Mundflora erreicht.
Dieser Artikel ist in der Ausgabe 01/2026 erschienen.





