Der GBA Beschluss vom 19.04.2018, in welchem wirkstoffhaltige Produkte – wie beispielsweise Wundauflagen mit Silberbeschichtung – nicht mehr den Verbandmitteln zugeordnet werden, gibt Anlass zur Diskussion. Denn diese wären dann nicht mehr unmittelbar erstattungsfähig. Welche Konsequenzen hätte die Umsetzung der Vorgabe? Und ist für eine effektive Wundbehandlung zwingend eine wirkstoffhaltige Wundauflage erforderlich, oder stehen Alternativen bereit? Wie sieht innovative Wundbehandlung aus?

Diese Fragestellungen im Blick, lud die PAUL HARTMANN AG im August 2018 Experten zur Roundtable Veranstaltung. Es zeigte sich, dass mit der HydroTherapy ein wirksames und einfaches Therapiekonzept für die Behandlung der meisten akuten und chronischen Wunden zur Verfügung steht, welches durch die aufeinander abgestimmten Präparate HydroClean® und HydroTac® eine Wundheilung mit nur zwei Präparaten ermöglicht.

Von einer chronischen Wunde spricht man, wenn sie nach acht Wochen nicht abgeheilt ist. Es gibt jedoch auch Wunden, die von Beginn an als chronisch anzusehen sind. Hierzu gehören beispielsweise das Diabetische Fußsyndrom, Wunden bei PHVK, Ulcus cruris venosum oder Dekubitus. Die Therapie der zugrundeliegenden Ursache ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung. Die Lokaltherapie, die sich nach den Erfordernissen der jeweiligen Wundheilungsphase richtet, hat dabei eine hohe Bedeutung für die Lebensqualität der Betroffenen. Sie sollte gezielt auf die Erfordernisse der jeweiligen Wundheilungsphase angepasst und ins umfassende Behandlungsregime eingebettet werden.

Wundreinigung – Voraussetzung für eine optimale Behandlung

Für die Therapie sind aktuell zwei Vorgehen unbestritten – die feuchte Wundbehandlung und das Débridement. Beide Methoden werden seit Langem mit sehr gutem Erfolg eingesetzt. Ein Débridement kann z. B. chirurgisch, mechanisch, autolytisch oder mit Hilfe von Ultraschall oder Wasserstrahl erfolgen. „Für mich bedeutet effektives Wundmanagement Débridement, ohne den Einsatz von Antiseptika, Antibiotika und silberhaltiger Produkte, beispielsweise eine Nasstherapie mit HydroClean®“, meint Astrid Probst, Pflegeexpertin Wundmanagement im Klinikum in Reutlingen. Auch Dr. Münter, Facharzt für Allgemeinmedizin und Phlebologie, Mitglied im Vorstand der ICW, Vorsitzender des Wundzentrums Hamburg, ist sich sicher: „Die HydroTherapy ist ein physiologisch wirksames, sehr schonendes Mittel, das die Reinigungsphase effektiv unterstützt.“ Auch Veronika Gerber, Krankenschwester in Leitungsfunktionen, Wundmanagement Referentin, Vorstandsvorsitzende der Initiative chronische Wunden e.V., Spelle, bestätigt: „Durch Spülen und Reinigen von Wunden können wir die Keimlast hervorragend senken.“

Effektive Wundversorgung in nur zwei Schritten

Mit dem HydroTherapy-Konzept die Wunde reinigen und die Epithelisierung beschleunigen: Mit zwei Präparaten zur Wundheilung

Mit dem HydroTherapy-Konzept die Wunde reinigen und die Epithelisierung beschleunigen: Mit zwei Präparaten zur Wundheilung

„Nicht immer ist die Wunde zu debridieren. Um trotzdem eine Wundreinigung zu erreichen, steht HydroClean® von HARTMANN zur Verfügung. Die Wundauflage hat einen Saug-Spülmechanismus, d.h. die Wunde wird mit einer sterilen Ringerlösung gespült. Gleichzeitig wird Fibrin, Bakterien und Proteasen im Superabsorber-Kern aufgenommen. So entsteht ein ideales Wundklima und damit eine effektive Wundbettvorbereitung. Es bedarf keines täglichen Verbandwechsels und die Patienten haben durch das atraumatische Verfahren weniger Schmerzen. Meine Erfahrung zeigt, dass sich die Fibrinbeläge umfassend lösen. Die Resultate überzeugen!“, erläutert Barbara Temme, niedergelassene Fachärztin für Chirurgie mit Schwerpunktpraxis moderne Wundtherapie, Berlin.

Mit einer Liegezeit auf der Wunde von bis zu drei Tagen sowie Silikonstreifen, die ein Verkleben mit der Wunde verhindern, wird ein atraumatischer Verbandswechsel ermöglicht. Speziell zur Versorgung kleiner Wunden und Wundhöhlen eignet sich die besonders dünne und sich gut an die Haut anpassende Auflage HydroClean® mini.

„Danach sollte ein Exsudatmanagement mit geeigneten Wundauflagen erfolgen. Wir nutzen beispielsweise bei Patienten mit einem diabetischen Fuß sehr gerne das Zetuvit® Plus, da es weich und anschmiegsam ist“, ergänzte Probst.

Während der Wundheilung findet auf zellulärer Ebene eine Vielzahl von Aktivitäten statt, die für den Heilungsablauf essenziell sind und verschiedenen Phasen zugeordnet werden. Diese Wundheilungsphasen können zeitlich in kein starres Raster gebracht werden. Die Phasen der Wundheilung sind von Wunde zu Wunde unterschiedlich lang. Es ist darauf zu achten, dass die Wundbehandlung phasengerecht abläuft – von der Reinigung über Granulation zur Epithelisierung. Mit nur zwei Präparaten gelangt man von der Wundreinigung bis zur Wundheilung. Für einen zügigen Wundverschluss ab der Mitte der Granulationsphase sorgt HydroTac®. Die Wundauflage aus einem Exsudat-absorbierendem Schaumstoff und dem wundseitig zugewandten AquaClear®-Gel sorgt für ein optimales Feuchtigkeitsmanagement. Die Wachstumsfaktoren reichern sich um das bis zu Dreifache an und sorgen für eine bis zu dreifach schnellere Epithelisierung als eine silikonierte Wundauflage.* Alle Wundphasen können in nur zwei Schritten wirksam unterstützt und die Heilung von Wunden unterschiedlichster Genese effektiv begleitet werden.

Die Experten waren sich einig, dass auch bei Ausführung des Beschlusses keine Versorgungslücke zu befürchten sei. „Wirkstofffreie Wundauflagen sind verfügbar und werden sicherlich in der Zukunft noch eine größere Bedeutung erlangen, zum Beispiel der Einsatz der HydroTherapy“, brachte es Dr. Münter auf den Punkt.

* Smola H. Stimulation of epithelial migration – novel material based approaches. Mündliche Präsentation bei: EWMA Konferenz; 13.-15. Mai 2015; London, UK.

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