Wir sprechen mit Herrn Andreas Horst, Geschäftsführer der TrotzDem-Aktiv gGmbH, welche die Anbindung an die TI bereits abgeschlossen hat. Lesen Sie in einem ehrlichen Interview „aus der Praxis – für die Praxis“ mehr über Abläufe, Hürden im Prozess und langfristige Vorteile der TI.
Sie waren eine der ersten Einrichtungen, die an die TI angeschlossen waren. Warum war Ihnen eine frühe Anbindung so wichtig?
Herr Horst: Wer rechtzeitig handelt, kann Stress vermeiden und früher von den Vorteilen der TI profitieren. Uns war früh klar, dass viele Einrichtungen die Anbindung auf den letzten Drücker umsetzen würden – genau das wollten wir von Anfang an vermeiden. Ziel war es, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und gegebenenfalls aus dem Weg zu räumen.
Wie lief die Anbindung genau ab?
Herr Horst: Die Techniker von curenect waren äußerst gut vorbereitet. Innerhalb von etwa drei Stunden war alles erledigt – ohne unseren laufenden Betrieb zu stören. Kleinere Probleme im Installationsprozess wurden sofort gelöst. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass das Installationsteam sehr routiniert vorgeht. Positiv überrascht hat mich der gesamte Ablauf. Auch Fragen wurden kompetent beantwortet und im Anschluss konnten wir direkt mit den ersten Tests beginnen.
Gab es Hürden, die überwunden werden mussten? Wenn ja, welche?
Herr Horst: Es gab lediglich ein kleineres Problem mit der Authentifikations-App, das jedoch innerhalb kurzer Zeit durch die Mitarbeitenden von curenect behoben wurde.
Worauf sollte man als Einrichtung bei der Anbindung besonderen Wert legen?
Herr Horst: Da gibt es einige wichtige Punkte. Zum Beispiel ist die Datensicherheit absolut zentral, genauso wie eine stabile und zuverlässige Infrastruktur. Auch die Schulung der Mitarbeitenden ist wichtig, damit alle sicher mit dem System umgehen können. Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass sich die TI gut in die bestehenden Arbeitsabläufe integrieren lässt.
Welche Einsparungen haben sich dadurch für Ihre Einrichtung ergeben?
Herr Horst: Durch die TI sparen wir vor allem Zeit – durch effizientere Prozesse und eine verbesserte Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen. Dank der KIM-Kommunikation entfällt das zeitaufwändige Telefonieren und Warten in Warteschleifen, wodurch der Informationsaustausch deutlich schneller und unkomplizierter wird. Finanziell profitieren wir davon, dass die Kosten größtenteils durch die Kassen gedeckt werden, auch wenn weiterhin Aufwände für die Karten entstehen. Zusätzlich sparen wir Papier und reduzieren manuelle Dokumentation sowie Fehler, was wiederum Zeit und Geld spart. Wichtig ist jedoch, dass es bei technischen Problemen auch zu Zeitverlusten kommen kann.
Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf, damit der TI-Anschluss ein wirklicher Erfolg wird?
Herr Horst: Ein wesentlicher Verbesserungsbedarf besteht in der besseren Abstimmung zwischen Pflegesoftware und TI. Hier wären eine optimierte Kompatibilität, regelmäßige Updates und eine engere Zusammenarbeit mit den Softwareanbietern notwendig. Zudem sind viele Inhalte der TI bislang noch nicht im Pflegealltag integriert. Beispielsweise ist das Einlesen der Karten aktuell nicht vorgesehen, was eine deutliche Arbeitserleichterung darstellen würde, da Daten direkt übernommen werden könnten. In der Tagespflege ist dies bislang nicht umgesetzt. Aus unserer Erfahrung heraus können wir seit mehreren Monaten aufgrund der bestehenden Probleme mit der Pflegesoftware nicht mit der TI arbeiten. Diese Einschränkungen waren uns von Anfang an bewusst, weshalb wir uns dennoch bewusst für eine frühe Anbindung entschieden haben.
Welche langfristigen Perspektiven und Vorteile erwarten Sie für Pflegeeinrichtungen?
Herr Horst: Langfristig erhoffen wir uns vor allem, dass die Pflegesoftware reibungslos funktioniert und die TI so genutzt werden kann, wie sie gedacht ist. In einer zunehmend digitalen Welt erwarten wir dadurch eine deutliche Zeitersparnis und weniger Störungen im Arbeitsalltag. Wenn Systeme und Software zuverlässig ineinandergreifen, profitieren Pflegeeinrichtungen von einer besseren Vernetzung, einem schnelleren Informationsaustausch und einer effizienteren Dokumentation. Dies würde den Pflegealltag spürbar entlasten und gleichzeitig die Qualität der Versorgung verbessern. Aktuell zeigt sich jedoch, dass hierfür noch technischer und struktureller Verbesserungsbedarf besteht.
Fazit:
Die TI ist kein Selbstläufer, aber ein wichtiger Schritt in Richtung digital vernetzter Pflege. Wer früh startet, gewinnt Erfahrung, Handlungssicherheit und Zeit – auch wenn technische Hürden noch bestehen.
Wir bedanken uns recht herzlich bei Herrn Horst!
Dieser Artikel ist in der Ausgabe 01/2026 erschienen.







