Ambient Assisted Living: Technische Assistenzsysteme verstehen und bewerten

Noch vor einigen Jahren war „Ambient Assisted Living“ ein Themenfeld, das fast ausschließlich in Forscher- und Entwicklerkreisen diskutiert wurde. Unter dem englischen Begriff, der so viel wie umgebungsunterstütztes Leben bedeutet, werden technische Assistenzsysteme verstanden, die die Wohn- und Lebensumgebung sicherer und komfortabler gestalten und Menschen im Alltag unterstützen. Diese Assistenzsysteme sind mit Sensoren und einer gewissen Intelligenz ausgestattet, die es erlauben, die aktuelle Situation zu erfassen und bedarfsgerecht Unterstützungsfunktionen anzubieten. Bekannte Beispiele sind Systeme zur Erkennung von Stürzen. So können Sensoren, die in einem kleinen Gerät, einem Armband oder Kleidung eingebaut sind, Beschleunigung, Lokalisation oder Drehung erfassen und auf diese Weise Stürze registrieren. Andere Systeme nutzen druckempfindliche Matten oder Fußbodenbeläge, Bewegungsmelder oder Kamerasysteme.

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Mittlerweile ist die Diskussion um den Einsatz technischer Assistenzsysteme im Alltag von Einrichtungsleitern und Führungskräften im Pflegewesen angekommen. Von ihnen wird erwartet, als Fürsprecher ihrer Patienten und Klienten nach neuen Unterstützungsmöglichkeiten zu suchen und das Potential technischer Assistenzsysteme für unterschiedliche Wirkungsbereiche einschätzen zu können.

Um Führungs- und Fachkräften im Gesundheitswesen eine entsprechende Weiterbildung zu ermöglichen, bietet die Universität Rostock berufsbegleitende Kurse an. Angesprochen werden Personen aus verschiedenen Berufsfeldern, die sich Gedanken darüber machen, wie Menschen mit Einschränkungen aufgrund von Alter oder Krankheit selbstbestimmt leben und unterstützt werden können und die Konzepte entwickeln möchten, um Strukturen und Organisationen „demografiefest“ zu machen.

Im ersten Kurs „Einführung in Ambient Assisted Living“ erarbeiten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein technisches Grundverständnis für Aufbau und Funktionsweise von technischen Assistenzsystemen. Sie erfahren unter anderem, welche Daten durch Sensoren erfasst, durch das System verarbeitet und weitergegeben werden und diskutieren mit den Dozenten, wie die Privatheitsansprüche von Seniorinnen und Senioren aber auch von Pflegepersonen gewahrt werden können. Sie lernen von Praxisprojekten, wie der Einsatz von AAL in betreuten Wohnformen und Pflegeeinrichtungen funktionieren kann und überlegen, welche Formen der Finanzierung möglich und realistisch sind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können derzeit am Markt verfügbare Assistenzsysteme ausprobieren und erfahren von Forschern der Universität Rostock, welche Systeme in den kommenden Jahren entwickelt werden.

Im zweiten Kurs „Ethik und Recht“ diskutieren und analysieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ethische Fragen, die den Einsatz von technischen Assistenzsystemen begleiten. Sie nehmen dabei verschiedene Perspektiven ein und erarbeiten sich eine ganzheitliche Bewertung ethischer Implikationen. Im zweiten Teil des Kurses werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer für rechtliche Fragen sensibilisiert, die bei der Nutzung von AAL-Technologien beantwortet werden sollten.

Informationen zu den Kursen finden Sie unter www.weiterbildung.uni-rostock.de.

Kontakt:

Universität Rostock

Juliane Schuldt

E-Mail: baal@uni-rostock.de

www.weiterbildung.uni-rostock.de

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