von Sandra Brang (HMC Hightech Media Components GmbH & Co. KG)

Musik begleitet uns durchs Leben und sie verliert ihre Wirkung nicht, wenn das Gedächtnis schwächer wird! Gerade für Menschen mit Demenz kann die Musiktherapie mit individualisierten Playlists Wohlbefinden und Lebensqualität spürbar verbessern und soziale Teilhabe fördern.

Musik, die mit Erinnerungen aus der eigenen Jugend und Lebensmitte verknüpft ist, wird im Gehirn an Orten gespeichert, die von demenziellen Veränderungen weniger stark betroffen sind. Wenn vertraute Melodien erklingen, können depressive Stimmungen verbessert und Erinnerungen an Texte, Gesichter oder Ereignisse spontanen Zugang finden – selbst bei fortgeschrittener Demenz.

Musiktherapie im Blick der Wissenschaft

Die Universität Jena untersuchte im Rahmen eines Forschungsprojektes die Wirkung von Musik in der Demenztherapie. Bewohnende von Pflegeheimen wurden über sechs Wochen hinweg regelmäßig dabei begleitet, ihre persönliche Lieblingsmusik zu hören. Die Musikauswahl wurde zuvor mithilfe von Angehörigen und – wo möglich – direkt mit den Betroffenen ermittelt und als individuelle Musikliste zusammengestellt.

Die Reaktionen waren durchweg positiv: Das Projektteam und Angehörige berichteten von gesteigerter Freude, Entspannung und Genuss, aber auch von Gesprächen, Mitsingen oder Mittanzen während des Musikhörens. Die Atmosphäre in den Pflegeheimen verbesserte sich dadurch, dass wieder mehr Kontaktaufnahme durch die Menschen mit Demenz stattfand und herausfordernde Verhaltensweisen weniger hervortraten. Viele Teilnehmende wünschten sich nach der Studienphase, das Musikhören fortzusetzen.

Tipps für die Praxis

  • Biografisch relevante Musik erfragen, idealerweise mit Bezug zu wichtigen Lebensereignissen, wie Kindheit und Jugend, Hochzeiten, Reisen oder anderen wichtigen Anlässen mit der Familie.
  • Auf individuelle Reaktionen achten, um herauszufinden, ob die Musik passend ist. Wenn keine verbale Äußerung mehr möglich ist, auf feine Reaktionen in Mimik und Gestik achten.
  • Regelmäßige Hörzeiten einplanen, z. B. täglich oder mehrmals pro Woche.
  • Begleitung anbieten, damit Musik gemeinsam erlebt wird und Austausch entsteht. Gemeinsames Singen steigert Selbstwertgefühl und soziale Teilhabe.
  • Ein Musikabspielgerät verwenden, das sowohl für alle Beteiligten einfach und intuitiv zu bedienen ist.

 Fazit

Musik ist ein kostengünstiges, nebenwirkungsarmes Medium, das das Potenzial hat, den Pflegealltag zu bereichern und wertvolle Momente des Erlebens zurückzubringen – selbst bei Menschen, die in der Kommunikation stark eingeschränkt sind. Die Kraft der richtigen Lieblingsmusik, gemeinsames Singen und Musizieren sollten daher einen festen Platz in der Betreuung und im Leben von älteren Menschen haben.

Quelle: Universität Jena: „Lieblingsmusik im Blick der Wissenschaft“; Online unter: https://link.hoerbert.com/uY0We

Kurzinfo

HMC Hightech Media Components GmbH & Co. KG
Sandra Brang, Audio-Redaktion
info@hoerbert.com
www.hoerbert.com

Dieser Artikel ist in der Ausgabe 01/2026 erschienen.

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